Lang lebe Neurussland! Die große slawische Reconquista beginnt

24.02.2022

Aus dem Englischen übersetzt von Alexander Markovics

 

I

Auch sieben Jahre nach den Ereignissen von 2014 war es zu schmerzvoll für mich, einen Kommentar zum Thema Donzeker Volksrepublik (DPR) und Lugansker Volksrepublik (LPR) sowie der Ukraine im Allgemeinen abzugeben.

Ich erfuhr das Ende des Russischen Frühlings als ein persönliches Drama und schrecklichen Verlust.

Ich habe alles Mögliche unternommen – den Intentionen des Kremls zuwiderlaufend – um ein Referendum über die Unabhängigkeit der DNR und der LNR abzuhalten.

Einige Menschen, die mir nahestanden, starben im Kampf für den Donbass. Ein Teil von mir – vielleicht der beste Teil – ist dort gestorben.

Die Notizen, die ich im Frühling 2014 niederschrieb, umfassen ein ganzes Buch mit dem Titel “Ukraine: Mein Krieg”.

Es wurde veröffentlicht und in mehrere Fremdsprachen übersetzt. Jedes Mal, wenn ich in all den Jahren das Wort “Neurussland” vernahm, habe ich einen akuten physischen Schmerz verspürt.

Ich konnte meine Regierung nicht verstehen, warum sie aufgehört hat das zu tun, was getan werden muss und nicht tat, was sie offensichtlich hätte tun müssen. Ich kann es sogar bis heute nicht verstehen.

Es war mir klar, dass es so kommen musste. Meine letzte Rede im öffentlichen Fernsehen (auf Kanal eins) klang folgendermaßen:

“Wir werden den Donbass verlieren, wir werden die Krim verlieren. Und wenn wir die Krim verlieren werden, werden wir auch Russland verlieren.”

Und genau wegen dieser Aussage wurde sie zu meiner letzten Rede.

 

Dann begannen die Verhandlungen in Minsk. Doch zu diesem Zeitpunkt hörte ich auf, über dieses Thema zu sprechen.

Eine falsche Entscheidung folgte logisch auf die nächste. Alles war vergebens.

Der Kreml war in dieser Situation nicht bereit dazu entschieden zu handeln, das lag geopolitisch gesehen auf der Hand.

Die Globalisten haben uns die Ukraine genommen.

Und bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir alles zurückgegeben haben, werden sie sich nicht wieder einkriegen und weiter Druck auf uns ausüben. Niemand wird die Krim anerkennen, bis wir ihn dazu zwingen.

 

Trump bot mit seinem außenpolitischen Realismus ein Zeitfenster für eine relativ harmonische Beilegung der Situation.

Er war kein Globalist, aber dennoch kam es zu keiner Regelung. Als der Globalist und Atlantiker Biden wiederum an die Macht kam, wurde die Lage wieder fatal.

Nun macht der Kreml mit einer alptraumhaften Verspätung von 7 Jahren das, was er vor langer Zeit hätte tun sollen.

Wir zahlen nun den fürchterlichen Preis für den Satz “Besser spät als nie.” Aber in der Tat ist es besser spät als nie. Besser.

Heute, am 21.02.2022 haben wir die DNR und LNR anerkannt. Mehr noch, wir haben sie sogar in den Grenzen vor Beginn der Strafoperation anerkannt. Die Zivilbevölkerung verlässt eilig den Donbass. Das bedeutet genau das, was Sie denken.

Wir haben in diesem Moment den Punkt der Umkehr überschritten. Sie können nicht länger umkehren, es ist zu spät.

Wir sind in den Zweiten Russischen Frühling eingetreten. Meine Freunde, Brüder und Schwestern im Donbass haben darauf gewartet. Wie unerträglich diese 7 Jahre für sie waren.

In dieser Zeit konnte ich ihnen nicht in die Augen schauen, ebenso wie den Serben nach dem NATO-Bombardement von Belgrad. Damals hätten wir helfen müssen, aber unsere Regierung hat nichts getan. Die Situation mit den Menschen im Donbass war nicht weniger schrecklich und erniedrigend. Ja, wir haben sie am Ende weder verlassen noch betrogen.

Auch sie haben sich selbst nicht betrogen, sondern sind jetzt aufgewacht.

Ich habe nicht die leiseste Ahnung, warum sie gerade jetzt aufgewacht sind und wie die geopolitische Planung der letzten sieben Jahre abgelaufen ist. Manche denken, dass wir damit Zeit gekauft haben, ich aber denke, dass wir sie verloren haben. Aber noch einmal: Besser spät als nie! Somit ist dieses Kapitel geschlossen und wir treten in eine neue Epoche ein.

In dieser Lage ist es unmoralisch, sich im Angesicht des Volkes und der Geschichte zu distanzieren, zu schweigen oder sich zurückzuziehen.

Daher beginnen wir mit der russisch-eurasischen Mobilisierung. Lasst uns so weit gehen, wie wir können!

Ich kann und möchte keinen anderen Weg erkennen, kein anderes Schicksal. Die Schlacht um die Ukraine ist nach Brzezinski die Bedingung für die Wiederbelebung unseres Reiches. Um dies zu verhindern, hat der Westen den Maidan und den darauffolgenden Staatsstreich inszeniert, dabei sklavisch den Plänen der Atlantiker folgend. Die Antwort der Eurasier kann nur eine sein, nämlich das Heimzahlen mit gleicher Münze. Gut, lasst uns mit einer Beichte beginnen. Das ist bereits eine Geste, die von Entschlossenheit zeugt.

Gott möge ihre Fortsetzung gewährleisten!

II

22.02.2022 – Nach der Ansprache des Präsidenten

Wir haben die Haltestelle hinter uns gelassen, der Zug fährt durch!

Sieben Jahre des Schreckens sind vorbei. Der Zug der Geschichte hat seinen Kurs fortgesetzt. Natürlich ist das nur der Anfang. Während dieses Zeitraums haben wir fürchterliche Verluste erlitten. Unsere Lieben sind gestorben. Die Stagnation hat uns unsere Nerven gekostet. Lügen haben die Gefühle und Gedanken vergiftet. Doch der Punkt ohne Wiederkehr ist nun überschritten. Ich werde es zum letzten Mal sagen: Diejenigen, die sieben Jahre lang einen „ausgeklügelten Plan“ verfolgt haben der nicht existierte, sind Intelligenzbestien, um mich freundlich auszudrücken. Kurz gesagt, wir, das Volk des Russischen Frühlings, die Krieger Neurusslands, lagen auch diesmal richtig.

Neurussland ist das Land der Zukunft. Die Losung „Die Krim ist unser“ wird nun wie ein Kompromiss und eine halbherzige Maßnahme wirken. Der Geist, der im Donbass lebt, wird alles ändern, nicht nur in Neurussland, sondern in Russland selbst. Es wird nicht einfach sein, ihn wieder in die Flasche zurückzubekommen.

Der Präsident hat von der Entkommunisierung gesprochen. Ich denke, dass er damit einfach nur meinte, dass Russland mehr als 100 Jahre alt ist und wir die Träger einer neuen Ideologie sind, die offensichtlich weder liberal, noch kommunistisch ist. Wir sind das Reichsvolk. Wir Russen sind nicht von gestern, sondern von morgen.

Die Parole „Die Krim ist unser“ hat die 5. Kolonne von der Macht entfernt. Nun wird die 6.Kolonne aus dem Machtzentrum herausgeschnitten werden. Die Fluktuation einer Reihe von Gestalten im Sicherheitsrat ist entweder ein Täuschungsmanöver für die Sicherheitskräfte oder bloß die Spitze des Eisbergs. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der gegenwärtigen russischen Elite hat einen Schlag in die Magengrube erhalten. 2014 hatte sich die 6.Kolonne darauf festgelegt, dass der Donbass niemals „unser“ werden würde. Und sieben Jahre lang hielt diese Verteidigung stand. Heute wurde eine Bresche in die Stadtmauern geschlagen. Was darauf folgt, wird kein Kinderspiel sein. Vielleicht wird die Lage sogar schwieriger, als sie zurzeit scheint. Washington und London kalkulieren in diesem Moment natürlich bereits ihre Gegenmaßnahmen. Einige davon sind vorhersehbar, andere nicht. Wir müssen uns für eine große Konfrontation rüsten.

Glückwunsch an das Volk von Neurussland! Es seid ihr, die ihr mit eurem Leben, eurem Blut und eurem Glauben diesen Tag möglich gemacht habt. Das ist euer Sieg. Lasst uns alle jener gedenken, die nicht länger bei uns sind. Nein, ich habe mich falsch ausgedrückt: Unsere Toten sind immer bei uns und nur sie stehen wirklich zu uns, weil die Toten nicht betrügen.

Ehre sei Neurussland! Der zweite Anfang der großen slawischen Reconquista hat begonnen!